Rockwell

Somebody’s Watching Me – Rockwell, Motown 1983

Hinter dem Pseudonym Rockwell versteckt sich Kenneth Gordy, der Sohn von Berry Gordy. Das war der Mann, der bereits 1959 in Detroit die legendäre Plattenfirma „Tamla Motown“ gründete. Sein Sohn Kenneth startet als 19-Jähriger eine Karriere als Sänger, ohne dass sein Vater etwas davon merkt. Dabei will er unbedingt vermeiden, dass man ihm Vetternwirtschaft vorwirft.

Deshalb nimmt er seine erste Platte auch unter dem Pseudonym Rockwell auf. So hieß die Band, in der Kenneth Gordy als Schüler mitspielte. Als Sohn des Chefs hat Kenneth natürlich auch gute Kontakte zu berühmten Musikern. Es gelingt ihm immerhin, Michael Jackson und dessen Bruder Jermaine als Backgroundsänger zu verpflichten. Den Titel Somebody’s Watching Me schreibt Kenneth Gordy ganz alleine. Weil er aber so erfolgreich ist, fliegt natürlich auch seine Tarnung als Rockwell auf.

Der Name des berühmten Vaters schadet Kenneth Gordy unterm Strich mehr, als dass er ihm nützt. Viele in der Plattenfirma werden neidisch, seine Nachfolgesingle Obscene Phone Caller landet prompt nur noch unter „ferner liefen“.

Text: Ulli Wenger

Album: Somebody’s Watching Me

Key Tracks: Somebody’s Watching Me

Subgenre: Synthiepop