Projekt

Mit dem Projekt WE LOVE ITALO-DISCO ist uns eine audiovisuelle Hommage an die italienische Synthiepop-Bewegung der Achtzigerjahre gelungen. Als Vorbereitung für die Basler Fotoausstellung, besuchten wir mehrere Italo-Disco-Akteure für einen Interview- und Fototermin in Mailand, Bergamo, Mantova und Rimini.

Im Gespräch mit Fred Ventura, P.Lion, Stefano Pulga, Mario Flores, Roberto Turatti und Ken Laszlo erkannten wir, den bis heute völlig unterschätzten und leider von vielen ignorierten Beitrag, welcher das Italo-Disco-Genre der Popmusik-Geschichte der Achtzigerjahre zugeführt hat. Die historische und künstlerische Tragweite des weltweiten Italo-Disco-Phänomens wurde uns durch deren Lebensgeschichten eindrucksvoll vor Augen geführt. Die Italienreise bestärkte uns umso mehr in unserem Vorhaben. Wir waren der noch festeren Überzeugung, dass Italo-Disco als popkulturelles Ereignis, zweifellos eine denkwürdige Anerkennung verdiene.
Ebenso verstanden wir uns als die historischen Hüter einer musikalischen Subkultur, welche durch dieses audiovisuelle Projekt konserviert werden sollte.

Text: Bruno Gullo © xenonmusic

 

Bruno Gullo, 1970 in Basel geboren. Vinyl-Enthusiast und Dancefloor-Nostalgiker. Links mit Produzentenlegende Roberto Turatti.

„So, da stand ich nun – vor den Idolen aus meiner Teenagerzeit. Grau melierte, höfliche Mittfünfziger. Starallüren? Fehlanzeige. Die Aufregung stieg vor jedem Treffen und zwar immer pünktlich bei der Navi-Ansage: Nach 50 Meter links abbiegen.
Sie haben ihr Ziel erreicht! Die Begrüssung war stets herzlich, typisch für Italien halt.
„Ihr kommt aus Basel, ja? Wann seid ihr denn losgefahren? Was? So früh…“.
Die sechs Interviewtreffen zwischen 2012 und 2013 waren für mich eine unbeschreibliche Bereicherung. Ich war kurzerhand per Du mit meinen Plattenidolen, durfte an ihren persönlichen Erzählungen teilnehmen und den aufrichtigen Menschen hinter dem Plattencover erleben.“

www.xenonmusic.com

 

Marcello Sciavarrello, Jahrgang 1966, Fotograf. Fängt mit seiner Kamera die flüchtigen Augenblicke des urbanen Lebens ein. Links mit Italo-Disco-Ikone P.Lion.

„Manchmal gab das Zeitfenster magere zwei Minuten her, um das Foto zu schiessen.
Die Lichtverhältnisse waren zeitweise so spärlich, dass sie eher einem Candle-Light-Dinner entsprachen, aber kaum ideal waren, um zu akzeptablen Reportage-Bilder zu gelangen. Es hat grossen Spass gemacht, eben gerade mit dem Wenigen, das Bestmögliche zu schaffen.“

www.bepunk.ch

Fotos: bepunk Marcello Sciavarrello. Alle Rechte vorbehalten.